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Marcelino – der “Berufspilger”

Am Ende des Parks am Pantano de la Grajera kommen Sie an einem Unterstand vorbei, wo Marcelino Pilgerstäbe, Wasser und Früchte verschenkt, wenn er nicht gerade mal wieder pilgert. In seinem Blockhaus hängen Zeitungsausschnitte und Bilder, die Sie besichtigen können und einen Stempel in den Pilgerpass bekommen Sie natürlich auch.

Marcelinos in seiner traditionellen Pilgertracht ist auf dem Camino Frances bekannt. Sein Bild hängt in zahlreichen Pilgerherbergen. Wir hatten auf all unseren Touren Glück und konnten ihn kurz begrüßen. Mit seinem besonderen Outfit und seinem langen Bart ist er eine der Personen, wie sie nur der Jakobsweg hervorbringt. Die Begegnungen mit diesen besonderen Menschen hinterlassen Spuren.

Mit einem Ausweis, der wie eine Rolle Toilettenpapier mehrere Meter misst, widmet sich Marcelino unermüdlich dem Pilgern auf dem Camino.

Marcelino, der ewige Pilgerer

Marcellino Lobato stammt aus La Bañeza und ist weltweit für sein besonderes Engagement für den Jakobsweg bekannt. Er pilgert bereits seit Jahrzehnten und ist eine Legende auf dem Jakobsweg. Bereits mehr als fünfzig Wallfahrten hat er unternommen, wobei er sich sicher ist, dass jeder Pilger auf seinem Weg etwas über sich herausfindet, das ihn überraschen wird. Sein Vater schrieb in sein Roadbook: „Nino, suche dir Freunde. Feinde kommen von ganz allein.“

Auf seiner ersten Pilgerfahrt im Jahr 1971 wurde er von einem Esel und einem Hund begleitet. Mehr als einmal musste er unter einer Brücke, im Graben oder auf Stoppeln übernachten. Selbst neben dem Friedhof schlief er mit seinen tierischen Begleitern. Dabei empfand er ein einzigartiges Gefühl von Frieden und Ruhe. Es war damals ein besonderer Höhepunkt, mal eine warme Dusche zu bekommen. Diese erste Pilgerfahrt hinterließ ihm eine besondere Erinnerung. Für ein Stück Obst war man zu der damaligen Zeit besonders dankbar. Die Leute kamen extra auf die Straße, um die Pilger zu sehen. Dieser besondere Charakter des Pilgerns ist heute leider verloren gegangen.

Unterwegs auf dem Camino Frances

Sollten Sie Marcelino mal unterwegs auf einer Pilgertour treffen, können Sie ihn gern ansprechen. Er trägt immer einen Stempel und ein Tintenfläschchen bei sich, um damit die Ausweise der Pilger, die unterwegs sind, zu stempeln.

Der Jakobsweg besteht aus solchen kleinen Details und Menschen wie Marcelino. Diese machen diesen Weg magisch und nicht vergleichbar mit anderen Routen der Welt.

 

Sie wollen mehr über den Jakobsweg erfahren? Dann lesen Sie hier weiter.

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